Schulmodell

Die Bettina-von-Arnim-Schule ist eine von sechs Modellgesamtschulen in der Bundesrepublik, für die die Konferenz der Kultusminister eine besondere pädagogische Konzeption genehmigt hat.

Der Modellstatus bezieht sich auf die Klassenstufen 7 - 10. Kernpunkte des Modells sind die flexible Wahldifferenzierung im Fachunterricht und freie Arbeitsformen in Projekten.

Ausführliche Informationen über das Schulmodell: Broschüre 2016!

Die gymnasiale Oberstufe der Bettina-von-Arnim-Schule ist identisch mit der Oberstufe der Gymnasien. Die Bettina-von-Arnim-Schule hat einen musisch-künstlerischen Schwerpunkt entwickelt.

Vorbemerkungen
Die Bettina-von-Arnim-Schule ist eine integrierte Sekundarschule mit musisch-künstlerischem Schwerpunkt. Sie wurde 1972 als „2. Gesamtschule Reinickendorf“ von Dr. Karl Wagner gegründet. Sein von der  Reformpädagogik Peter Petersens geprägtes Schulkonzept
ist bis heute die Grundlage für die 1975 von der KMK genehmigte und seither vom Land Berlin geförderte Modell-Schule mit gymnasialer Oberstufe.
Die Bettina-von-Arnim-Schule gehört zu den beliebtesten Integrierten Sekundarschulen Berlins. Die Plätze in Mittel- und Oberstufe sind sehr begehrt und jährlich melden sich weit über 300 Schülerinnen und Schüler für die neuen 7. Klassen an. Somit möchten regelmäßig mehr Kinder diese Schule besuchen, als Plätze zur Verfügung stehen. Aufgenommen werden Schülerinnen und Schüler z.B. aufgrund ihres musisch-künstlerischen
Interesses oder weil sie sich für die Fächer Chinesisch und Latein
interessieren und insgesamt gute schulische Leistungen nachweisen konnten. Es sind also diejenigen, die sich für das schulische Profil der Bettina-von-Arnim-Schule besonders eignen.
Die Bettina-von-Arnim-Schule versteht sich als ein Ort des Lernens mit Kopf, Herz und Hand.
Wir bieten:
ganzheitliches Lernen 
wobei es uns um die Entwicklung und Stärkung der Schülerpersönlichkeit in der Auseinandersetzung mit Wissenschaft, Kunst und Handwerk geht,
eigenverantwortliches Lernen, das den Schülerinnen und Schülern ermöglicht, individuelle Schwerpunkte in ihrer Schullaufbahn zu setzen, z.B. durch die Wahl der Lerngruppen und Projekte, gemeinsames Lernen, wobei Schülerinnen und Schüler mit unterschiedlicher Sozialisation ihre verschiedenen Fähigkeiten und Lernvoraussetzungen einbringen und von- und miteinander lernen, soziales Lernen, wobei wir das  verantwortungs- bewusste Handeln gegenüber Mitmenschen und Umwelt, insbesondere den respektvollen und toleranten Umgang miteinander fördern, kulturelles Lernen im Rahmen des musisch-künstlerischen Schwerpunkts der Schule, indem wir Neugier und Offenheit gegenüber Fremdem fördern und kulturelle Kompetenz in Projekten, Werkstätten, handlungsorientiertem Unterricht und internationalen Begegnungen entwickeln, praktisches Lernen durch Kooperation mit Unternehmen, Vereinen und kommunalen Einrichtungen (wie der Jugendkunstschule Atrium) und durch die Teilnahme an Wettbewerben.

Rahmenbedingungen und Schuldorf

Im Innenbereich des Senftenberger Rings im Märkischen Viertel bilden zehn Häuser das
Schuldorf der Bettina-von-Arnim-Schule. Jeder Jahrgang der
Sekundarstufe I ist in einem eigenen Haus untergebracht und für dessen Gestaltung verantwortlich. Daneben gibt es ein Haus für die Oberstufe, in dem sich auch die Kunst- und Musikräume befinden, Häuser für die Naturwissenschaften und die WAT-Werkstätten (Wirtschaft, Arbeit, Technik), ein Haus für die Verwaltung und die Informatik und den großen Eingangsbereich mit Cafeteria, Bibliothek und Mensa.

Die Bettina-von Arnim-Schule verfügt über eine der größten Schulbibliotheken im Bezirk Reinickendorf. Schülern und Lehrern stehen hier auf 400 qm ca. 25000 Bücher, Lexika, Zeitschriften und Zeitungen, Video- und Audiokassetten sowie DVDs zur Verfügung. Die Bibliothek ist während des gesamten Schultages geöffnet. Bis zu 50 Schülerinnen und Schüler können hier gleichzeitig einzeln oder in Gruppen arbeiten. Zahlreiche Computerarbeitsplätze und ein Kopiergerät ergänzen das umfangreiche Medienangebot.

Für den Unterricht der Mittelstufe stehen in jedem Jahrgangshaus insgesamt sechs Klassenräume mit je einem Differenzierungsraum zur Verfügung. Jedes Jahrgangshaus verfügt zudem über einen Multifunktionsraum. Hinzu kommen gut ausgestattete Fachräume für den Unterricht im Bereich der Naturwissenschaften und WAT (Wirtschaft,
Arbeit, Technik), der Bildenden Kunst und der Musik. Der Sportunterricht findet in der schuleigenen Sporthalle statt; außerdem können Außenanlagen für verschiedene Sportarten in Schulnähe genutzt werden. Der Unterricht in der gymnasialen Oberstufe findet überwiegend in einem eigenständigen Bereich statt. Der informationstechnische Unterricht kann in Unterrichtsräumen verschiedener Häuser durchgeführt werden, deren Rechner an ein zentrales Netzwerk angebunden sind. 

Die Besonderheiten des Schulmodells

Die Großgruppe
Jeder Jahrgang der Sekundarstufe I (ca. 200 Schülerinnen und Schüler) wird in zwei Großgruppen geteilt. Die organisatorische und pädagogische Leitung der Großgruppe obliegt einem Halbjahrgangsleiter (Großgruppen- leiter), er wird vom Team der in der Großgruppe tätigen Stammgruppen- leiter als „primus inter pares" bestimmt und kooperiert mit einem der Großgruppe zugeordneten Sozialpädagogen. Der Großgruppen- leiter ist ständige Ansprechpartner für alle Auskünfte und Informationen über relevante Vorgänge in der Großgruppe.

Er oder sie leitet die notwendigen, seine Großgruppe betreffenden Konferenzen. Bei einer Größe der Großgruppe von ca. 115 Schülern erlebt hier jeder einzelne Schüler eine „Schule in der Schule", die bereits kurz nach der Konstituierung zu Beginn der 7. Klassenstufe für ihn überschau- bar ist, ihm aber immer noch Möglichkeiten vielfältiger Begegnungen offen lässt und problematische Rollenfixierungen verhindern hilft.

Die Großgruppe bleibt von der Klassenstufe 7 bis zur Klassenstufe 10 die Heimat des Schülers. Jeder Jahrgang verfügt über ein eigenes Gebäude, in dem die Lehrerstation, Klassenräume und die zugehörigen Beratungs- und Differenzierungsräume sowie ein Multifunktionsraumn (dezentraler Freizeitbereich) untergebracht sind. Innerhalb der Großgruppe organi-sieren sich die Schüler im System der flexiblen Wahldifferenzierung in unterschiedlich großen Lerngruppen (je ca. 15 bis ca. 26 Schüler) im Fachunterricht. Dies wird dadurch möglich, dass einer gesamten Großgruppe zeitparallel ein differenziertes Unterrichtsangebot in jeweils einer festgelegten Fächergruppe gemacht wird.

Stammgruppe
Der Stammgruppenunterricht richtet sich an eine Gruppe von 15 Schülerinnen und Schülern. Die Stammgruppe stellt - im Gegensatz zu den flexiblen Lerngruppen im Fachunterricht - eine feste kleine Bezugsgruppe dar. Jede Stammgruppe wird von einem Fachlehrer geleitet, der die Aufgaben des Klassenlehrers übernimmt. Die Stammgruppen konstituieren sich zu Beginn des 7. Jahrgangs. Für diese extracurricularen Projekte stehen Schülern und Lehrern insgesamt 2 Unterrichtsblöcke zu je 80 Minuten pro Woche zur Verfügung. Innerhalb dieser Zeit sind Lehrer und Schüler von den üblichen Schulzwängen befreit. Es gibt keine Noten und keine
Lehrpläne. Dadurch ist es möglich, auch auftauchende soziale und persönliche Probleme zu besprechen. Die gemeinsame interessenbezogene Projektarbeit dient der sozialpädagogischen Zielsetzung der Stammgruppenarbeit und führt die Schüler zum Training von Schlüsselqualifikationen. Die Stammgruppe wird nur in begründeten Einzelfällen während der vier Mittelstufenschuljahre vom Schüler gewechselt.

Blockstunden
Grundlage der Unterrichtsorganisation ist das 40-Minutenmodell der Unterrichtsstunden, die in Blockstunden durchgeführt werden, so dass alle Fächer in 80- und 40-Minuten-Einheiten unterrichtet werden. Die dadurch eingesparten Unterrichtsminuten werden für den Projektunterricht genutzt.

Individualisierung und Differenzierung im ANKER-System
Im Folgenden wird das Differenzierungskonzept der Bettina-von-Arnim-Schule im Überblick dargstellt. Eine ausführliche Fassung ist seit Oktober 2012 als Broschüre erhältlich.

Binnendifferenzierung (Lerngruppen, Fächergruppen)
Für den Fachunterricht in der Sekundarstufe I verteilen sich die Schülerinnen und Schüler auf Lerngruppen innerhalb ihrer Großgruppe. Jeweils zwei bis vier Unterrichtsfächer bilden eine Fächergruppe, für die ein festgelegtes Stundenvolumen pro Woche zur Verfügung steht. Dies gilt in gleicher Weise als verbindlicher Rahmen für alle Schülerinnen und
Schüler.

Kurssystem
Die Wahlfreiheit bildet die Grundlage der Gruppenbildung für Kurse und Projekte. Dadurch werden die Lernenden in verstärktem Maße persönlich angesprochen, für den eigenen Lernerfolg und auch ggf. für ein Lern-versagen Verantwortung zu übernehmen. Sie werden also frühzeitig in die Verantwortung für die eigene schulische Laufbahn eingebunden.

Es entstehen individuelle Stundenpläne, bei denen persönliche Neigungen ebenso berücksichtigt wie auch bestimmte Defizite ausgeglichen werden können. Da nach jedem Quartal bzw. Halbjahr die Kurse gewechselt werden können, ist es möglich, Fehlentscheidungen rechtzeitig zu korrigieren. Nach jedem Quartal gibt es Zensurenübersichten bzw. Zeugnisse, so dass sowohl die Schülerinnen und Schüler als auch die Eltern ständig über die schulische Entwicklung informiert werden. 

Die Anker-Wahldifferenzierung
ist die Grundlage der individuellen Kurswahl eines Schülers 
in den einzelnen Fächergruppen. Sie ermöglicht einerseits fachliche Schwerpunktsetzungen, trägt aber auch emotionalen Bezügen Rechnung, wenn Schüler z.B. gerne gemeinsam mit ihren Freunden einen Kurs besuchen wollen. Erfolgsorientierte und motivierte Schüler kommen hierbei ebenso zum Zuge wie Schüler, die eher zurückhaltend und defensiv im Schulalltag agieren.
Durch die Wahlfreiheit ergeben sich heterogene Lerngruppen, in denen nicht nur lernschwache Schüler besser gefördert werden können als in homogenen Gruppen, sondern auch leistungsstarke Schüler durch Individualisierung der Förderung zu Spitzenergebnissen gelangen, ohne den sozialen Kontakt zum Rest der Gruppe aufgeben zu müssen. Das Prinzip der Wahldifferenzierung kann nur funktionieren, wenn die Durchlässigkeit des Systems gesichert ist, d.h.: 
- die einzelnen Wahlentscheidungen prinzipiell voneinander unabhängig sind;
- die Leistungsanforderungen in allen Gruppen vergleichbar sind, d.h. ein integriertes 20- Punkte-Bewertungssystem sowie dieselben Leistungs-überprüfungen (Normarbeiten) und Bewertungen in allen Kursen angewendet werden;
- die Lernangebote durch Teamentscheidungen unter Leitung der Fachbereichsleiter mit verbindlichem Charakter für jeden beteiligten Lehrer im Lernabschnitt inhaltliche koordiniert werden, um eine Parallelisierung der Inhalte zu erreichen;
- es Wechselmöglichkeiten und Benotungen nach jedem Quartal bzw. Halbjahr gibt.

Leistungsbeurteilung
Für die heterogenen Lerngruppen wäre das herkömmliche Notensystem zu grob, um Leistungsveränderungen schnell sichtbar zu machen. Die Leistungen der Schülerinnen und Schüler werden daher in einem 20-Punkte-System erfasst. Das Bewertungssystem ist in den folgenden Relationen zu den Leistungsnoten festgelegt:

Punktzahl Leistungsnote:
20 – 19 sehr gut
18 – 16 gut
15 – 11 befriedigend
10 – 6 ausreichend
5 – 3 mangelhaft
2 – 0 ungenügend

Qualifikation

Am Ende der 10. Jahrgangsstufe wird die Abschlussqualifikation aus den erreichten Punktzahlen beider Halbjahre und den Ergebnissen der Prüfungen zum Mittleren Schulabschluss festgestellt.

In den Jahrgangsstufen 7 bis 9 wird die momentane Qualifikation zur Orientierung und als Grundlage zur schulinternen Laufbahnberatung der Schülerinnen und Schüler errechnet. Gleichzeitig entscheidet sie am Ende der Jahrgangs-stufe 9 über das Erreichen der Berufsbildungsreife. Alle Schülerinnen und Schüler der Jahrgangsstufe 9 sind verpflichtet, zur Erlangung der Berufs-bildungsreife an den Vergleichsarbeiten in den Fächern Deutsch und Mathematik teilzunehmen.

Die ausgeglichene Punktzahl (APZ) ergibt sich aus der Umrechnung der erreichten Gesamtpunktzahl (GPZ) auf jeweils 12 Fächer. 

Qualifikation der erweiterten Berufsbildungsreife
a) mindestens 72 Punkte als ausgeglichene Gesamtpunktzahl (APZ)
b) Leistungsausfälle in höchstens 2 Fächern
c) Mindestpunktzahlen in den Fächergruppen:
FG I: 18 Punkte, FG II: 10 Punkte, FG III: 18 Punkte, FG IV: 12 Punkte.

Qualifikation des MSA
a) mindestens 108 Punkte als ausgeglichene Gesamtpunktzahl (APZ)
b) Leistungsausfälle in höchstens 2 Fächern, davon höchstens einmal die Note 6
c) Mindestpunktzahlen in den Fächergruppen:
FG I: 26 Punkte, FG II: 20 Punkte, FG III: 26 Punkte, FG IV: 18 Punkte.
Es handelt sich um eine nichtlineare Progression,
bei der 50% der Bewertungsstufen im mittleren
Bereich und je 25% der Bewertungsstufen im
unteren und oberen Bereich liegen.

Qualifikation des MSA m. Berechtigung z. Übergang
i.d. gymnasiale Oberstufe

a) mindestens 144 Punkte als ausgeglichene Gesamtpunktzahl (APZ)
b) Leistungsausfälle in höchstens 2 Fächern, davon höchstens einmal die Note 6
c) Mindestpunktzahlen in den Fächergruppen:
FG I: 36 Punkte, FG II: 24 Punkte, FG III: 36 Punkte, FG IV: 30 Punkte.

Schülerinnen und Schüler mit dem sonderpädagogischen Förderschwerpunkt „Lernen“
können am Ende der Jahrgangsstufe 10 den berufsorientierenden Abschluss oder einen der
Berufsbildungsreife gleichwertigen Abschluss erlangen.

Mittlerer Schulabschluss (Jahrgangsstufe 10)
Als Voraussetzung für den mittleren Schulabschluss werden seit dem Schuljahr 2005/06 in den Fächern Deutsch, Mathematik und 1. Fremd-sprache wie an allen Berliner Schulen im zweiten Halbjahr der 10. Jahrgangsstufe zentrale Abschlussarbeiten geschrieben. Die Inhalte,
Bewertungsmaßstäbe und der Zeitpunkt der Prüfungen werden von der Senatsschulverwaltung festgelegt. Zusätzlich finden mündliche Prüfungen in der 1. Fremdsprache nsowie Prüfungen in besonderer Form als Präsentationsprüfung statt. Das Bestehen dieser Prüfungen und das Erreichen der MSA- bzw. Gymnasial-Qualifikation in den Jahres-noten führen zum mittleren Schulabschluss. Für den Übergang in die gymnasiale Oberstufe sind der mittlere Schulabschluss und das Erreichen der gymnasialen Qualifikation Voraussetzung.

Bericht an den Schüler

Neben den sachlichen Leistungsnoten des Zeugnisses erhält jeder Schüler auf einem besonderen Blatt und in persönlichem Stil einen sprachlich gestalteten Bericht, den die Stammgruppenleiter aufgrund von Kurzgutachten der Fachlehrer und ihrer gründlichen Kenntnis des Schülers schreiben. Dem Schüler werden Beobachtungen, Hinweise und Ratschläge unter folgenden Gesichtspunkten gegeben:
- Verhältnis zwischen Befähigung und Leistung
- Stellung des Schülers in der Gruppe und zu seinen Lehrern
- Verhältnis zwischen Leistung und Sozialverhalten
- Darstellung der Entwicklung des Schülers
- Möglichkeiten künftiger erfolgreicher Arbeit
- wünschenswerte Entscheidungen und Verhaltensänderungen
- konkr. Ratschläge hinsichtlich d. Wahl v. Lerngruppen und Zusatzfächern
- ermutigende Perspektiven.

Der Bericht wird in den Jahrgangsstufen 7 bis 10 jeweils zum Halbjahreszeugnis ausgegeben. Er ist primär für die Hand des Schülers bestimmt und nicht Bestandteil des Zeugnisses!

Die Kurse im ANKER-System

Die Entscheidung des Schülers für eine Lerngruppe erfolgt nach fünf Kriterien, von denen jeweils eines als dominierend bestimmt wird.

Anker = A Alternierung: epochaler Wechsel einzelner Fächer
N Niveaugruppierung: zwei Niveaus
K Konzentration: Schwerpunktbildung für einzelne Fächer
E Erweiterung: Einbeziehung zusätzlicher Lerninhalte
R Reduzierung: Intensivprogramm zum Aufarbeiten von Defiziten

Wahlkriterium Alternierung (A-Kurse)
Die Anzahl der Fächer wird auf Zeit begrenzt. Durch einen epochalen Wechsel der einbezogenen Fächer erhöht sich die Stundenzahl für je ein Fach im Lehrabschnitt. Dadurch soll eine größere Effektivität und Intensität der Unterrichtsarbeit in den Fächern erreicht werden, die in der Stundentafel nur geringe Stundenzahlen aufweisen. 

Wahlkriterium Niveaugruppierung (N-Kurse) 
Die Wahl - nicht Einteilung - gemäß individuellem Anspruchsniveau zwischen zwei Gruppen gibt es nur in den Fächern Mathematik und Englisch. Die Niveaugruppierung ist nicht identisch mit der Bildung von Leistungsgruppen. Schüler, für die ein bestimmtes Anspruchsniveau angemessen erscheint, sollen sich zusammenfinden. Das können leistungs-fähige und leistungsbereite Schüler sein, aber auch schwächere Schüler, die zur Leistungsmotivation den leistungsfähigeren Mitschüler brauchen, oder auch leistungsstärkere Schüler, die unter starkem Druck zur Leistungsminderung neigen. 

Wahlkriterium Konzentration (K-Kurse) 
Der Schüler kann sich unter zeitweiser Zurückstellung anderer Fächer im Sinne der Kräftekonzentration für bestimmte Leistungsschwerpunkte entscheiden. Konzentrationskurse können von den Schülern aus unterschiedlicher Zielsetzung gewählt werden: zum einen, um Vorzugs-fächer besonders zu betonen und in ihnen höhere Leistungen zu erstreben, oder aber zum anderen, um besondere Schwierigkeiten gezielt anzu-gehen. Schwerpunktbildung ist in allen Fächergruppen sinnvoll und daher möglich. 

Wahlkriterium Erweiterung (E-Kurse)
In einzelnen Fächern können zusätzliche Lerninhalte für solche Schüler angeboten werden, die die allgemeinen Anforderungen des betreffenden Faches in kürzerer Zeit bewältigen. 

Wahlkriterium Reduzierung (R-Kurse)
Einem Schüler mit empfindlichen Leistungsdefiziten wird zu einem Intensivkurs geraten. Vorübergehend sollen hier Kraft und Zeit für die Überwindung der Schwächen in der deutschen Sprache genutzt werden. Der R-Kurs wird in der Fächergruppe I angeboten. 

Aufnahmebedingungen

Aufgrund des besonderen Schulmodells ist die Bettina-von-Arnim-Schule in die Aufnahmeverordnung für Schulen besonderer Prägung aufgenommen worden. Damit gelten beim Übergang von der Grundschule in die Sekundarschule für unsere Schule besondere Aufnahmekriterien:

(1) Die Aufnahme in die Bettina-von-Arnim-Schule erfolgt in der Jahrgangsstufe 7.

(2) Überschreitet die Zahl der Anmeldungen die Aufnahmekapazität, richtet sich die Aufnahme mit Ausnahme des Zuges, in dem Chinesisch als 2. Fremdsprache unterrichtet wird, nach den folgenden Kriterien in abgestufter Rangfolge:
1. Fortsetzung von Französisch als erster Fremdsprache,
2. Beginn mit Latein als zweiter Fremdsprache in der Jahrgangsstufe 7 bei einer Durchschnittsnote von höchstens 3,2 sowie mindestens befriedigenden Leistungen in Deutsch und Englisch im Zeugnis des ersten Schulhalbjahres der Jahrgangsstufe 6,
3. Eignung für das musikalisch-künstlerische Profil oder die schulspezifische Organisation des Unterrichts im Rahmen des Anker-Wahlsystems; in diesem Zusammenhang können auch nachgewiesene soziale Kompetenzen berücksichtigt werden.

(3) Die Eignung nach Absatz 2 Nr. 3 wird im Rahmen eines standardisierten
Aufnahmegesprächs festgestellt. Dabei werden die nachstehenden Kriterien herangezogen:
1. Fortsetzung des Besuchs eines musikbetonten oder kunstbetonten Zuges an einer Grundschule,
2. Spielen eines oder mehrerer Musikinstrumente,
3. gute Notenkenntnisse und mindestens gute Leistungen in Musik,
4. Grundkenntnisse bildnerischen Gestaltens und mindestens gute Leistungen in Kunst,
5. Mitgliedschaft in Vereinigungen mit künstlerischem Schwerpunkt,
6. Teilnahme an Veranstaltungen und Kursen von Jugendkunstschulen und Museen,
7. Teilnahme an Wettbewerben und Aufführungen,
8. künstlerisch-handwerkliche Erfahrungen,
9. freiwillige Teilnahme an schulischen Zusatzangeboten oder Arbeitsgemeinschaften,
10. nachgewiesene Fähigkeit zum selbstständigen Umgang mit der schulspezifischen Organisation des Unterrichts,
11. nachgewiesene besondere Kompetenzen in einzelnen Fächern oder Fächergruppen,
12. Wahrnehmung von Funktionen in der Schule, die auf aktive Sozialkompetenz hinweisen.
Entsprechend dem Grad ihrer Ausprägung wird jedes Kriterium mit 0 bis 5 Punkten, die Nummern 1 und 2 mit bis zu 8 Punkten bewertet. Die Mindesteignung für den Besuch der Schule liegt vor, wenn 10 Punkte erreicht werden; dies gilt nicht für Schülerinnen und Schüler mit den sonderpädagogischen Förderschwerpunkten „Lernen“ und „Geistige
Entwicklung“

(4) Sofern mehr geeignete Anmeldungen vorliegen als Plätze verfügbar sind, werden nach Berücksichtigung von höchstens 10 Prozent Härtefällen 60 Prozent der Plätze nach der erreichten Punktzahl, die übrigen Plätze durch Los vergeben. Schülerinnen und Schüler, die nicht die Voraussetzungen nach Absatz 2 und 3 erfüllen, werden nach Maßgabe freier Plätze nachrangig aufgenommen; über ihre Aufnahme
entscheidet das Los.

(5) Die Aufnahme in den Zug, in dem Chinesisch als 2. Fremdsprache unterrichtet wir, setzt voraus, dass die aus den Fächern Deutsch, Fremdsprache, Mathematik, Musik und Kunst gebildete Notensumme den Wert 13 nicht überschreitet; maßgebend dafür ist das jeweils letzte vor der Aufnahmeentscheidung erteiltet Halbjahreszeugnis.

Übersteigt die Zahl der geeigneten Bewerberinnen und Bewerber die der verfügbaren Plätze, werden zu 60% Schülerinnen und Schüler mit der Förderprognose „Integrierte Sekundarschule oder Gymnasium“ und zu 40% mit der Förderprognose „Integrierte Sekundarschule“ aufgenommen. Die Auswahl innerhalb beider Kontingente erfolgt nach der Notensumme.

In jedem Kontingent, werden die Schülerinnen und Schüler mit den jeweils niedrigsten Notensummen aufgenommen; bei gleicher Notensumme vorrangig jene ohne oder mit geringen Chinesisch–Kenntnissen. Sofern ein Kontingent nicht ausgeschöpft werden kann, erhöht sich das andere Kontingent entsprechend.

(6) Die Aufnahme in eine bereits nach Absatz 5 eingerichtete Klasse ist nach Maßgabe freier Plätze möglich, die Ergebnisse eines Aufnahmegespräches und einer Sprachprüfung in Chinesisch, die sich am Niveau der jeweilig zu besuchenden Jahrgangsstufe orientiert, erwarten lassen, dass die Schülerin oder der Schüler dauerhaft in der Lage sein wird, erfolgreich am Unterricht in Chinesisch teilzunehmen. Chinesisch als Fremdsprache und Kulturfach
Der Unterricht in der 2. Fremdsprache Chinesisch erfolgt in Verknüpfung mit Unterrichtseinheiten zu chinesischer Kultur und Landeskunde.

Schulmodellspezifische Besonderheiten wie die für das Kulturfach nutzbaren Projektstunden ermöglichen die Verbindung des Sprachunterrichts mit dem Kulturfach Chinesisch. Neben der Ausrichtung eines Teils des Projektunterrichts auf China-spezifische Themen werden weitere Kulturfachinhalte in den K3-Kursen Kunst, Musik und Sport vermittelt. Die hierfür notwendige Vernetzung des Faches Chinesisch mit den genannten Fächern wird durch eine enge Kooperation der Chinesischlehrerinnen und -lehrern mit allen Stammgruppen-leiterinnen und -leitern von Chinesischgruppen und den in den jeweiligen K3-Kursen unterrichtenden Lehrerinnen und Lehrern gewährleistet.

Unterrichtsschwerpunkte

Fremdsprachen
Fremdsprachenfolge und Zusatzfach 
Schülerinnen und Schüler, die in der Grundschule mit Englisch oder Französisch als erste Fremdsprache begonnen haben, setzen diese Fremdsprache bei uns fort.
Als zweite Fremdsprache können
• Englisch (ab 7. Jahrgang),
• Französisch (ab 7. , 9. oder 11. Jahrgang),
• Latein (ab 7. Jahrgang),
• Chinesisch (ab 7. Jahrgang) oder
• Spanisch (ab 9. Jahrgang)
gewählt werden.

Neben den Sprachen wird im Zusatzfach (Wahlpflichtbereich), ein breites Spektrum an Fächern angeboten. In den Klassenstufen 7 und 8 gibt es zudem eine gezielte Deutschförderung. Die Arbeit in den Werkstätten - unter der Leitung von Meistern - trägt dazu bei, dass der Grundsatz „Lernen mit Kopf, Herz und Hand“ in die Praxis umgesetzt wird.

Musisch-künstlerischer Schwerpunkt
Schulung der Sinne. Sich selbst ein Bild von der Welt zu machen, den eigenen Erfahrungen, Erlebnissen, Gefühlen und Wünschen sichtbaren und hörbaren Ausdruck zu verleihen, ist ein Ziel des Unterrichts in der Bettina-von-Arnim-Schule. Der Unterricht soll dazu beitragen, die Wahrnehmungs-möglichkeiten bewusst zu gebrauchen und das Wahrgenommene durch
Sprache, Text, Stimme, Bild und Körper zum Ausdruck zu bringen.

Die Schülerinnen und Schüler begegnen Kunst in allen Erscheinungsformen, entdecken visuelle und akustische Formen der Wirklichkeit, nutzen und setzen sich mit neuen Medien auseinander und bilden ästhetische Sensibilität heraus. Zur Förderung von Schlüssel-qualifikationen legt die Schule Wert auf die Auseinandersetzung mit experimentellen und innovativen Verfahren sowie auf die Vermittlung traditioneller, handwerklicher und künstlerischer Methoden und Arbeitsweisen, die praxisorientiert in eigenen Werkstätten angeboten werden. In Musik, Bildender Kunst, Tanz, darstellendem Spiel und kreativem Schreiben können individuelle Schwerpunkte gebildet werden, die aber nicht isoliert von der allgemeinen schulischen
Ausbildung angelegt sind. 

Die Ausprägung des kulturellen Schwerpunkts in der Unterrichtsorganisation der Bettina-von-Arnim-Schule

Im Nebeneinander von Spezialisierung und Breitenbildung trägt die Schulorganisation sowohl dem Ausprobieren als auch der systematischen Bildung in einem Interessensgebiet Rechnung.
Eine kontinuierliche Fortsetzung der intensiven künstlerischen Auseinandersetzung bis zum Abitur wird durch das unterrichtliche Angebot in der Sekundarstufe II in Form von Leistungskursen, Grundkursen und Ergänzungskursen garantiert. In den Z1 Kursen der Fächer Kunst, Musik und Theater erhalten die Schüler/-innen eine
intensive künstlerisch-praktische Betreuung. In diesen Kursen stehen zeitgemäße und konzeptionelle künstlerische Prozesse der Weltaneignung im Mittelpunkt des Unterrichtes, welche einen hohen Betreuungsgrad und Reflexion bedürfen. Besondere Vorhaben, Projekte und schulinterne Veranstaltungen beziehen alle Fächer in das Bemühen um die kulturelle Bildung mit ein. Es finden u.a. statt:
regelmäßige Musik-, 
Tanz- und Theaterproduktionen, Instrumentalunterricht, Proben und Konzerte der Bettina-von-
Arnim-Ensembles, Aufführungen der Theaterkurse der Mittelstufe, Kulturprojekte mit Schulen mit künstlerischem Schwerpunkt anderer Länder, Ausstellungen. Hierzu gehören u.a. die K3-Tage, die Werkstätten im WannseeForum in der Mittel- und Oberstufe, das
„More than Arts - Festival“ (ehemals Dalldorfer Festspiele).

Dem AG-Bereich im Rahmen von Ganztagsschule kommt für das musisch-künstlerische Profil der Schule eine besondere Bedeutung zu.

Der projekt- und praxisorientierte Ansatz des kulturellen Profils erfolgt sowohl stufen- als auch fächerübergreifend. Die Fachbereiche Kunst, Theater und Musik halten dazu u.a. in Kooperation mit außerschulischen Partnern vielfältige Angebote vor.

Duales Lernen

Die Veränderungen der Arbeitswelt, deren neue Herausforderungen, die durch die Globalisierung der Arbeitsmärkte entstanden sind, stellen auch an die Schule neue Anforderungen. Heute müssen Schülerinnen und Schülern möglichst frühzeitig individuelle Wege zur Berufsbildung aufgezeigt und eröffnet werden, die sie sowohl dazu befähigen, eigene Interessen zu entwickeln, als auch auf diese veränderte Arbeits- und Berufswelt oder ein Studium vorbereitet zu sein. 

Die Konzeption des Dualen Lernens soll diesen Zielvorstellungen Rechnung tragen und praxisorientiert die notwendigen Kenntnisse und Fertigkeiten vermitteln. Das ganzheitliche, eigenverantwortliche, praktische Lernen, das als zentrales Anliegen unserer Schulphilosophie im Leitbild verankert ist, kann in schuleigenen Werkstätten und mit Hilfe
von vielen externen Kooperationspartnern aus der Wirtschaft in besonderer Weise im neu
konzipierten Fach Wirtschaft–Arbeit–Technik (WAT) umgesetzt werden, da hier der Theorie-Praxis-Bezug für alle Schülerinnen und Schüler projektorientiert vermittelt wird. Kompaktveranstaltungen unterstützen diesen Prozess.
So wird jeweils am Ende des ersten Schulhalbjahres eine Projektwoche zum Thema
Berufsorientierung für alle Jahrgangsstufen durchgeführt.
 Der Berufswahlpass wird allen Schülerinnen und Schülern zu Beginn der Arbeit in WAT ausgehändigt.
 In der Projektwoche zum Thema Berufsorientierung arbeiten die Schülerinnen und Schüler des 7. Jahrgangs in einer Schulwerkstatt unter Anleitung des Fachlehrers und eines Werkstattmeisters an einem Projekt.
 Die Unterrichtseinheiten Verbraucherkunde und Ernährung und Gesundheit sind verbunden mit einem Praxisteil in der Lehrküche.
 In der Projektwoche zum Thema Berufsorientierung führen die Schülerinnen und Schüler der 8. Jahrgangsstufe ein Simulationsspiel zur Lebens- und Berufswegeplanung „Spiel das Leben“ durch.
 Alle Schülerinnen und Schüler der 8. Jahrgangsstufe nehmen am Ende des Schuljahres an zwei Projektwochen zur Berufsorientierung teil, um einen Einblick in die unterschiedlichsten Berufsfelder zu erhalten.
Die Schülerinnen und Schüler des 7. und 8. Jahrgangs, die WAT als Wahlpflichtfach (ZFach) gewählt haben, arbeiten jeweils ein halbes Schuljahr unter Anleitung eines Fachlehrers mit Unterstützung der Werkstattleiter in einer Werkstatt. Sie erwerben die Grundfertigkeiten der jeweiligen Gewerke, können sachgerecht mit Werkzeugen, Maschinen und Werkstoffen umgehen und erstellen Produkte für den eigenen Bedarf und
zum Verkauf.
In der 9. Jahrgangsstufe werden halbjährliche Kurse in Bürotechnik und Automation durchgeführt. Die Schülerinnen und Schüler üben sich im Umgang mit Software, erlernen das Schreiben von Geschäftsbriefen und vertiefen ihre Präsentationstechniken.

Die Schülerinnen und Schüler setzen sich mit Unterschieden automatischer, industrieller und manueller Fertigung auseinander. Ferner beurteilen und erproben sie Wirkungen computergesteuerter Fertigungsprozesse.
Alle Schülerinnen und Schüler der 9. Jahrgangsstufe nehmen an einem dreiwöchigen Betriebspraktikum teil. Sie erhalten einen ersten Einblick und sammeln vielfältige Erfahrungen in der Arbeits- und Berufswelt. Dieses Praktikum wird von Fachkollegen des Bereichs WAT intensiv vorbereitet und betreut. Die Schüler werden mindestens einmal pro Woche besucht. Jeder Schüler verfasst einen Praktikumsbericht.

Der zuständige Berufsberater der Arbeitsagentur besucht jeden WAT-Kurs in den 9. Klassen um den BIZ–Besuch auszuwerten und weitere Informationen zu erteilen. Er nimmt erste Kontakte zu den Schülern auf und hält einmal im Monat ganztägig eine Sprechstunde an unserer Schule ab. Besonders Schüler des 10. Jahrgangs können sich von ihm beraten
lassen. Die Schülerinnen und Schüler erstellen im Rahmen des WAT-Unterrichts eine komplette Bewerbungsmappe.
Sie bereiten sich durch Rollenspiele auf Vorstellungsgespräche vor und werden durch Vertreter aus der Wirtschaft über das Verfahren von Assessmentcentern informiert. 

Ein weiteres, freiwilliges Betriebspraktikum findet in Jahrgangsstufe 10 statt. Im Wahlpflichtbereich der 10. Klassen können sich auf eine Werkstatt spezialisierten und erwerben im Laufe eines Schuljahres - unterstützt von 5 Werkstattleitern - fundiertes Fachwissen und vielfältige praktische Übung im jeweiligen Gewerk. Sie arbeiten in Schülerfirmen für schulinterne oder schulfremde Auftraggeber und erstellen Produkte für den eigenen Gebrauch.

Schüler der Z-Kurse WAT erhalten bei guten Leistungen Zertifikate, in denen die Inhalte ihrer praktischen Erfahrungen dokumentiert werden. Diese Zertifikate werden im Berufswahlpass abgeheftet.
Am Girls’ Day / Boys’ Day findet jeweils ein Wandertag statt, um allen Schülerinnen und Schülern eine Teilnahme daran zu ermöglichen.

Praxislehrgang

Die Bettina-von-Arnim-Schule und die Lauterbach-Schule haben in Kooperation einen Praxislehrgang eingerichtet. Jede Schule stellt bis zu 8 Schüler/innen.
Die Schüler/innen der Bettina-von-Arnim-Schule, die mehr Praxisanteile benötigen, um erfolgreich zu einem Schulabschluss zu kommen, können in diesem Lehrgang intensiv berufsorientierend (bei Bedarf auch sonder-pädagogisch) gefördert werden. Sie gelangen mit dem 9. Schulbesuchsjahr in den Lehrgang. Die Schüler/innen der Lauterbach-Schule, deren schulische Leistungen über dem durchschnittlichen Niveau in ihrer Schule liegen, haben die Möglichkeit, einen höheren Schulabschluss zu erlangen. Sie gelangen mit dem 10. Schulbesuchsjahr in den Lehrgang.
Wenn sie nach dem ersten Jahr die gleichwertige Berufsbildungsreife erlangt haben, wechseln sie an die Bettina-von-Arnim-Schule.

Die meisten Schüler/innen besuchen den Lehrgang zwei Jahre, um zuerst die Berufsbildungsreife und im zweiten Jahr die erweiterte Berufsbildungs-reife zu erlangen. Es gibt aber auch Schüler/innen, die mit der Berufsbildungsreife in den Lehrgang kommen. Sie bleiben nur ein Jahr.
Es werden alle Schüler/innen gemeinsam in den allgemeinbildenden Fächern unterrichtet. Das sind die Fächer Deutsch, Mathematik, Englisch, Gesellschaftswissenschaften, Naturwissenschaften, Ethik, Sport, Musik und Bildende Künste. Dieser berufsfeldübergreifende Unterricht umfasst 18 Wochenstunden. Für diesen Unterricht hat die Abteilung Jugend im Märkischen Viertel Unterrichtsräume im ComX/Kinderzentrum zur Verfügung gestellt. Der WAT-Unterricht wird in den Werkstätten der Lauterbach- und der Bettina-von-Arnim-Schule unterrichtet.
Der WAT Unterricht umfasst 16 Wochenstunden. Darin enthalten sind zwei „Praxistage“ mit je 6 Wochenstunden sowie 4 Fachtheoriestunden. Der Lehrgang bietet die Berufsfelder „Farbtechnik und Raumgestaltung“ und „Bauen und Wohnen“ an.

ITG-Unterricht

Im Rahmen des ITG-Unterricht
 erlernen die Schüler die Nutzung von Standardsoftware,
 setzten sich die Schüler mit der Informationsbeschaffung und -verarbeitung im Internet
auseinander,
 thematisieren sie Probleme, Herausforderungen und Gefahren, die durch das Benutzen vernetzter Systeme entstehen,
 erstellen sie Bewerbungsunterlagen für die Bewerbung um einen Praktikumsplatz.

Sprachbildung

Sprachbildung im Unterricht und in der SAZ
Die integrative Förderung und weitere Sprachbildung im Fachunterricht durch einen sprachsensiblen und sprachintensiven Unterricht ist ein wichtiges Anliegen unserer Schule. Speziell der Unterricht in kleinen Schülergruppen bietet viele Möglichkeiten zur Anwendung sprachförderlichen Unterrichts. Einigkeit im Kollegium besteht darüber, dass „jede Stunde auch eine Deutschstunde“ ist. Viele Kolleginnen und Kollegen planen und gestalten ihren Unterricht mit ergänzenden
Überlegungen zur durchgängigen Sprachbildung im Fachunterricht und mit Blick auf Sprachbildung z.B. durch verstärkte Wortschatzarbeit, durch Textentlastung, durch die Bereitstellung zusätzlicher sprachlicher Mitteln und sie unterstützen die Lernenden in ihrem individuellen Lernprozess.

Dabei werden die Qualitätsmerkmale sprachförderlichen Unterrichts berücksichtigt. Die Lehrkräfte diagnostizieren in regelmäßigen Abständen die individuellen sprachlichen Voraussetzungen und Entwicklungsprozesse der Schüler und Schülerinnen. Die einzelnen Fachbereiche werden individuelle Sprachkonzepte erstellen. Für jeden Jahrgang sollen
nach und nach inhaltliche Schwerpunkte festgelegt werden, die aufeinander aufbauen. Erklärtes Ziel ist es, die Schülerinnen und Schüler zu befähigen, weitere sprachliche Kompetenzen zu entwickeln und damit einer größeren Anzahl von Schülern die Möglichkeit zu geben, einen möglichst anspruchsvollen Schulabschluss zu erreichen.

Förderung von Schülerinnen und Schülern nichtdeutscher Herkunftssprache
An der Bettina-von-Arnim-Schule existieren zwei Willkommensklassen (ehemals Förder oder NDH-Kleinklassen). Diese Klassen werden Jahrgangsstufen übergreifend eingerichtet und dienen dem intensiven Erwerb der deutschen Sprache. Die Schülerinnen und Schüler werden entsprechend ihren sprachlichen Fähigkeiten in der deutschen Sprache einer Niveaugruppe zugeordnet. In Gruppe A werden Grundkenntnisse vermittelt und in Gruppe B werden die Schüler auf den Unterricht im Regelsystem vorbereitet. Die Verweildauer in diesen Klassen beträgt in der Regel ein Schulhalbjahr und kann auf ein Jahr verlängert werden. Entscheidungsgrundlage hierfür ist die Kompetenz in der deutschen Sprache. Die Schülerinnen/Schüler wechseln dann auf Vorschlag der
Klassenkonferenz und Entscheidung der Schulaufsichtsbehörde in eine Regelklasse des Bezirks.

Inklusiver Unterricht
Die inklusive Schule ist eine Schule, in der allen Kindern und Jugendlichen ungeachtet ihrer individuellen Voraussetzungen oder ihrer aktuellen Lebenslage gleiche Chancen eröffnet werden. Der wertschätzende Umgang mit Vielfalt, der sich nicht nur auf den Bereich der Behinderung bezieht, sondern auch kulturelle und soziale Dimensionen berücksichtigt, soll
das Selbstverständnis unserer Schule prägen. Indem jede und jeder respektiert wird, schaffen wir die Grundlage für bestmögliche Leistungen aller.

Inklusion durchdringt als Leitidee alle Strukturen und verankert die Unterstützung von Vielfalt auf allen Ebenen. Inklusive Werte und Strukturen spiegeln sich deshalb in allen Bereichen der täglichen Praxis wider. Schülerinnen und Schüler mit sonderpädagogischem Förderbedarf werden in allen Jahrgängen inklusiv, d.h. gemeinsam mit nicht-behinderten Schülerinnen und Schülern unterrichtet. Besondere Differenzierungs-maßnahmen, kooperativer Unterricht, veränderte Unterrichtsformen und zusätzliche Materialien dienen nicht nur der Förderung von
Schülerinnen und Schüler mit sonderpädagogischem Förderbedarf, sondern kommen dem gesamten Kurs zugute und fördern damit die soziale Integration.

Der Unterricht wird nach folgenden Grundsätzen organisiert:
 Schüler/innen mit festgestelltem sonderpädagogischem Förderbedarf im Bereich Lernen sollen maximal zu dritt in einem Kurs zusammengefasst werden, um verstärkte Unterstützung zu gewährleisten.
 Die Förderung und Erstellung von Nachteilsausgleichen erfolgt regelmäßig in Zusammenarbeit von Sonderpädagogen/innen und Stammgruppenleiter(inne)n.
 Berufsorientierung und regelmäßige Praktika ab Klassenstufe 8 begleiten den Berufswahlprozess derjenigen Schüler/innen, die besondere Förderung benötigen.
 In den Jahrgangsstufen 9 und 10 können Schülerinnen und Schüler je nach dem Angebot der Schule und den vorhandenen Plätzen an für sie geeigneten besonderen Organisationsformen des Dualen Lernen (Praxislernen) teilnehmen.
 Schüler/innen mit sonderpädagogischem Förderbedarf im Bereich Lernen haben am Ende von Klasse 10 die Möglichkeit den berufsorientierenden Abschluss oder einen der Berufsbildungsreife gleichwertigen Abschluss zu erwerben.

Gymnasiale Oberstufe
Das Schulmodell der Bettina-von-Arnim-Schule erstreckt sich auf die Sekundarstufe I, also die Jahrgangsstufen 7 bis 10. Die folgenden Schuljahre von Klasse 11 bis 13 werden gemäß den Bedingungen für alle gymnasialen Oberstufen des Landes Berlin durchgeführt. Die Schule bietet die Abiturprüfung sowohl nach 12 als auch nach 13 Jahren an.
Leistungskurse werden zurzeit in den Fächern Deutsch, Mathematik, Englisch, Französisch,
Bildende Kunst, Musik, Erdkunde, Politikwissenschaft, Geschichte, Physik, Chemie und Biologie angeboten. All diese Fächer gibt es auch als Grundkurse, zusätzlich ist die Belegung von Philosophie, Informatik, Darstellendem Spiel, Spanisch, Chinesisch und Latein als Grundkurs möglich. Zusatzkurse können in Bildender Kunst, Musik und English-Drama
gewählt werden.

 Neben Grundkursen bietet die Schule Erweiterungs- und Ergänzungsgrundkurse in der Form von Werkstattunterricht an, z.B. im Fach Kunst die Kurse Aktzeichnen, Siebdruck, großflächige Malerei und Fotografie, im Fach Deutsch den Kurs Rhetorik. Diese setzen zusammen mit den Leistungskursen in Kunst und Musik den musisch-künstlerischen
Schwerpunkt der Schule auch in der Oberstufe fort.